Linden. Das wars. Am Schluss war es für die Lindenthaler keine Überraschung mehr, als die Bundesregierung und tags darauf auch die bayerische Landesregierung aufgrund der Corona-Pandemie das Aus sämtlicher Großveranstaltungen bis Ende August verkündete, und damit auch die Absage des 100-jährigen Gründungsfestes der Lindenthaler besiegelte. „Es war allen klar, dass es so kommt, trotzdem ist jetzt die Enttäuschung groß“, so Vorsitzender Konrad Rothlehner.

Über drei Jahre Arbeit steckten Rothlehner und die Vorstandschaft der Lindenthaler in die Festvorbereitungen: Ein 1300-Personen-Zelt war geordert, die Bewirtung stand, die Technik ebenso, sämtliche Absprachen waren geführt. Ein großer Trachten- und Handwerkermarkt war fertig organisiert, über 60 Trachten- und Ortsvereine sind eingeladen worden, die Logistik für An- und Abfahrt der Busse sowie die Parkmöglichkeiten geplant, die Festzugstrecke festgelegt. Ein Programm für jung und alt war vorbereitet, von Bayern-3-Band bis Festgottesdienst. Programmhefte und Flyer wurden entworfen, gedruckt und verteilt, ein Sicherheitskonzept entwickelt, Musikgruppen verpflichtet, Eintrittskarten verkauft… Und mit einem Schlag ist alles umsonst.

Doch ganz aufgeben wollen die Lindenthaler ihr Jubiläum nicht. Sie wollen es 2021 nachholen. Aber es wird anders und in vermutlich kleinerem Rahmen stattfinden, so der in einer Videokonferenz gefasste Beschluss der Vorstandschaft. Wie dieser Rahmen konkret aussehen soll, darüber wolle man erst in Ruhe nachdenken. Über ihre Internetseite unter www.lindenthaler-trachtenverein.de werden die Lindenthaler darüber weiter informieren.

Soll 2021 nachgeholt werden: Der gemeinsame Kabarettabend mit „Petzenhauser und Wählt“.

Was die Lindenthaler auf jeden Fall, sofern irgendwie im nächsten Jahr möglich, nachholen möchten, ist der Abend „3 Jahre Petzenhauser & Wählt treffen 100 Jahre Lindenthaler“. „Wahrscheinlich müssen wir dann 4 und 101 Jahre schreiben“, schmunzelt Theaterleiter Richard Eder, der ein schönes Programm für das Zusammentreffen des Lindenthaler-Volkstheaters mit dem bekannten Kabarettduo vorbereitet hat. Nur zur finalen Ausarbeitung mit Stefan Wählt kam es nicht mehr, dies habe, so Eder bereits der Coronavirus vereitelt.

Deswegen behalten alle für den Kabarettabend, der am 19. Juni 2020 über die Bühne gegangen wäre, vorerst ihre Gültigkeit. „Wann und wo dieser Abend nachgeholt wird, lässt sich jetzt aber noch nicht sagen“, betont Vorstand Rothlehner. Man wolle erst den weiteren Verlauf der Pandemie abwarten und erst dann Datum und Location festlegen, wenn wieder Planungssicherheit herrsche.

Auch an der Festschrift werde weitergearbeitet und zu den traditionellen Herbst-Theateraufführungen, sofern diese aufgrund der Pandemie dann möglich sind, wolle man diese herausbringen, wie Vorstandsmitglied Sebastian Rothlehner erklärt.

Alle übrigen Veranstaltungen rund um das 100-jährige Jubiläum sind ersatzlos gestrichen. Bereits erworbene Karten für die Party mit der Bayern-3-Band, die am 13. Juni hätte stattfinden sollen, können bei INN-SALZACH-TICKET gegen einen Gutschein umgetauscht werden.

Ihren Optimismus werden die Lindenthaler allerdings nicht verlieren, das bringt Vorstand Rothlehner klar zum Ausdruck. Man müsse eben die Dinge, die man nicht verändern kann, hinnehmen und nicht krampfhaft an etwas festhalten. Und man habe Verständnis für das Vorgehen der Regierung. „Sicherheit und Gesundheit gehen vor, aber sobald das Virus weg ist, sind wir wieder da, bairisch-lustig, so wie es unsere Freunde von uns gewöhnt sind!“ so Konrad Rothlehner.

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