Innerhalb weniger Tage über 5000 Klicks, jede Menge „Likes“ und positive Kommentare – mit dieser Resonanz hat selbst Optimist Richard Eder, Leiter des Lindenthaler-Volkstheaters, nicht gerechnet. Die Sketch-Happen, eigentlich als Notprogramm für die ausgefallene Theater-Saison gedacht, gingen im letzten Jahr durch die Decke. Eine Szene mit einem Betrunkenen und einem Polizisten sowie eine weitere, die an einem Badesee spielt, gingen sogar separat viral und durchqueren bis heute halb Europa. Auch der Radiosender BR-Heimat interessierte sich für die Videos. In einer Sendung der Reihe „Feierabend“ wurden sie als Beispiel vorgestellt, wie ein Theaterensemble mit der Pandemie umgehen kann. Für die Lindenthaler Grund genug, in diesem Jahr vier weitere Folgen zu produzieren.

Diese Szene ist in der Sketch-Happen-Folge sechs zu sehen: Ein Polizist (Jürgen Leitl) befragt einen Zeugen (Martin Fasch), wie es zum Einsturz eines Baugerüstes kam. Rechts Regisseur und Kameramann Richard Eder.

„Viele lieber stünden wir auf der Bühne, keine Frage“, so Richard Eder. Auch dieses Jahr fällt die traditionelle Lindenthaler-Theatersaison der Pandemie zum Opfer. Bereits im Juli habe man sich aufgrund der ungewissen Lage und der damals gültigen Vorschriften für Kulturveranstaltungen dazu entschlossen. „Hoffentlich zum letzten Mal“, wie Eder betont. Im selben Atemzug war aber auch klar: Es gibt wieder neue Sketch-Happen. Für den Regisseur hieß dies erstmal jede Menge Schreibtischarbeit: Pointen sammeln, Dialoge bearbeiten, Drehbücher verfassen, Rollen besetzen. Christine Haas organisierte dazu die Drehorte und erstellte einen detaillierten Drehplan. Wahrlich eine Sisyphusarbeit, teilweise eingeschränkte Verfügbarkeiten der Schauspieler sowie der Sets in eine sinnvolle Reihenfolge zu bringen.

Ein Ziel für die neuen Folgen war es, den Zuschauerinnen und Zuschauern möglichst viel Abwechslung zu bieten. So gibt es deftige Wirtshausszenen, intime Schlafzimmer-Gespräche, Liebes-Geständnisse im Restaurant und sogar einen Ausflug ins Rotlichtmilieu. Bei der Suche nach Drehorten stießen die Lindenthaler erneut auf breite Unterstützung. Viele Mitglieder stellten ihre Privaträume zur Verfügung, daneben wurden Szenen im Gasthaus Freilinger in Mitterskirchen, im Wartezimmer der Physiotherapiepraxis Eulig in Eggenfelden, im Restaurant Italia am See in Postmünster sowie beim Schleuder-Maxx in Linden gedreht.

Witziger Dialog im Ehebett: Bernhard Ochsenbauer und Marion Bauer spielen in der Folge sieben ein Paar.

Zu sehen sind alle bekannten Mitglieder des Lindenthaler-Volkstheaterensembles. So gibt es ein Wiedersehen mit Jürgen Leitl als Polizist, Sebastian Rothlehner mimt einige Male einen Sachsen, Christine Haas eine frustrierte Ehefrau. Weiter wirken Erich Holzapfel, Bernhard Ochsenbauer, Konrad Ochsenbauer, Konrad Rothlehner, Martina Straubinger, Marion Bauer, Rudolf Rothlehner, Martin Frasch, Richard Eder, Josef Fichtner, Ulrike Aigner und Waltraud Angermaier mit. Mit Magdalena Gruber und Jonas Eder sind auch zwei junge Gesichter mit von der Partie, der achtjährige Konstantin Leitl ist mit Abstand der jüngste „Lindenthaler-YouTube-Star“. Derzeit ist Richard Eder noch intensiv mit Schnitt und Nachbearbeitung beschäftigt. Am Samstag, 16. Oktober 2021, dem Tag der geplanten Theaterpremiere, stellen die Lindenthaler den ersten neuen Happen, die Folge fünf, auf ihren YouTube-Kanal ins Netz. An den folgenden Wochenenden werden dann die Folgen sechs bis acht veröffentlicht. Abrufen kann man die Sketch-Happen auch auf der Internetseite der Lindenthaler unter www.lindenthaler-trachtenverein.de.

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