Es war im April 2020. Aufgrund der Corona-Pandemie wurden alle Großveranstaltungen verboten, was für die Lindenthaler das Aus ihres 100-jährigen Gründungsfestes bedeutete. Das fertige Veranstaltungskonzept verschwand in der Schublade. Von dort holen es die Lindenthaler nun wieder hervor: In sechs Jahren soll es nämlich ein großes Fest geben, genau zum 111. Geburtstag des Hebertsfeldener Trachtenvereins.
„Die Zahl ist witzig, das passt einfach zu uns“ begründete Lindenthaler-Vorstandsmitglied Sabine Gruber, die die Mitgliederversammlung leitete, den Beschluss des Vereinsausschusses, genau das 111-Jährige zu feiern. „Wir werden die meisten Ideen von damals wieder aufgreifen“, so Gruber, natürlich werde das Konzept angepasst und aktualisiert. Bis dahin sei noch ein wenig Zeit, „aber wir haben das Vorhaben fest im Blick“, so Gruber. In ihrem Rückblick hob Gruber die Festveranstaltung zum 40-jährigen Bestehen des Lindenthaler-Vereinsheims als beeindruckend und gelungen hervor, zog aber auch über die weiteren Aktivitäten, wie die Beteiligung beim Dorffest in Hebertsfelden, beim Maibaumfest in Rottenstuben, beim Gautrachtenfest in Brannenburg und beim Feuerwehrfest in Niedernkirchen eine positive Bilanz. Besonders würdigte sie die Leistung der Plattler und Tänzerinnen beim Gauwertungsplattln und gab ihrer Freude Ausdruck, mit dem erneuten Gruppensieg den von Lindenthaler-Vorstand Konrad Rothlehner gestifteten Wanderpokal endgültig nach Hebertsfelden geholt zu haben. Sabine Gruber gab bekannt, dass Lindenthaler-Ehrenvorstand Winfried Viehhauser den nächsten Wandpokal stiften werde.

Nach der aufwändigen Renovierung der WC-Anlagen im Vereinsheim werde man die nächsten Investitionen in die Küche stecken müssen, so Sabine Gruber. Neben dem Herd sei auch die Kücheneinrichtung spürbar in die Jahre gekommen. Auch der Inventarraum im Dachgeschoss werde umgestaltet, um zum einen gute Lagermöglichkeiten für die Trachten zu erhalten, zum anderen für die Zwergerl-Gruppe einen weiteren Probenraum zu schaffen. Ausschussmitglied Simone Richter berichtete stellvertretend für die verhinderten Kassenverwalterinnen von der finanziellen Lage des Vereins. Die Modernisierung der sanitären Anlagen habe einen größeren fünfstelligen Betrag beansprucht, so Richter. Dank großzügiger Fördermittel durch die Gemeinde Hebertsfelden konnte die Belastung für die Vereinskasse jedoch abgefedert werden.
Revisor Günther Hinterwinkler, der zusammen mit Wolfgang Riemer die Kasse und die Geschäftsführung geprüft hatte, konnte eine fehlerfreie Buchhaltung und eine satzungsgemäße Mittelverwendung bestätigen. Schriftführerin Carolin Rinner verlas die detaillierten Protokolle und Veranstaltungsberichte seit der letzten Versammlung, sie wurden allesamt ohne Beanstandung genehmigt.Richard Limmer, der für die Goaßlschnalzergruppe sprach, lies unter anderem das Goaßlschnalzertreffen in Wittibreut Revue passieren. Die Jugendleiter Elias Kronthaler und Magdalena Gruber erläuterten, dass sie insgesamt 37 Kinder und Jugendliche betreuten und sich derzeit in der Vorbereitungsphase zum Gaujugendpreisplatteln befänden. Franziska Gruber stellte die Aktivitäten der Plattler- und Tranzgruppe dar und bestätigte, dass der Gewinn des Wanderpokals „anständig gefeiert“ worden sei.

Brauchtumswart Bernhard Ochsenbauer berichtete von der Kreisrundensitzung der Landkreis-Trachtenvereine in Pfarrkirchen und wies insbesondere auf das 100-jährige Jubiläum des Trachtenvereins Pfarrkirchen im April 2026 hin. Musikwartin Sabine Riemer lud zum Adventshoagartn am vierten Adventssonntag ein, der von den Lindenthaler-Musikgruppen und dem Sprecher Hubert Auer gestaltet werde. Theaterleiter Richard Eder stellte das aktuelle Stück „Und alles auf Krankenschein!“ den Mitgliedern vor.
Extra aus Reischenhart kam der zweite Gauvorstand des Bayerischen Inngau-Trachtenverbandes Markus Kronberger zur Mitgliederversammlung nach Linden. Er gratulierte zunächst den Lindenthalern zum 40-jährigen Bestehen des Vereinsheims und zu den Leistungen der Plattlergruppe. „Dass ihr so etwas geschaffen und über die Jahre gehegt und gepflegt habt, verdient höchste Anerkennung“ so Kronberger. Dass die Lindenthaler im Wertungstanzen oft die meisten Pokale vom Inn an die Rott nehmen, quittierte Kronberger mit dem Satz: „Pokale gehören dorthin, wo die besten sind!“. Gekommen war Kronberger, um an Monika Rücker das silberne Gauehrenzeichen zu überreichen. In seiner Laudatio würdigte Kronberger die Leistungen Rückers, die seit 1970 als Tänzerin aktiv sei, 11 Jahre den Vorverkauf für die Theateraufführungen gestemmt und von 2008 bis 2024 die Kasse verwaltet habe.
Aus den Händen von Vorstandsmitglied Sabine Gruber erhielten Evi Eder, Renate Hebertinger, Kurt Langer, Rosmarie Langer und Simone Richter ihre Urkunden für 25-jährige Lindenthaler-Mitgliedschaft. Sabine Gruber informierte die Mitglieder schließlich noch über geplante Kürzungen des Bayerischen Rundfunks im Bereich Volksmusik. Dagegen habe der Bayerische Trachtenverband eine Online-Petition gestartet. Gruber rief die Mitglieder dazu auf, sich zu beteiligen. Die Petition sei auf der Internetseite des Verbandes unter www.trachtenverband-bayern.de zu finden.
