106 Seiten, 237 Bilder, 6 Hauptkapitel: Nach fast zwei Jahren intensiver Arbeit lädt ein Buch zu einer spannenden Zeitreise durch 100 Jahre Vereinsgeschichte der Lindenthaler ein. In der Generalversammlung am 25. September 2021 wird es erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Begonnen hat das Projekt im Herbst 2019. Zum 100-jährigen Gründungsjubiläum im Juni 2020 wollten die Lindenthaler unter der Federführung von Vorstandsmitglied Sebastian Rothlehner eine Festschrift herausbringen. „Der inhaltliche Schwerpunkt war in dieser ersten Konzeptionsphase noch mehr auf die Jubiläumsveranstaltungen bezogen“, so Rothlehner, „die Vereinsgeschichte wäre ein inhaltlicher Teil gewesen, jedoch weniger ausführlich.

Nach unzähligen Arbeitsstunden stolz auf das fertige Werk: Richard Eder mit den druckfrischen Ausgaben der Lindenthaler-Chronik.

Richard Eder war zu diesem Zeitpunkt noch nicht an Bord, als Theaterleiter arbeitete er damals intensiv am Programm des mit „Petzenhauser & Wählt“ geplanten gemeinsamen Kabarettabends. Dann kam der Paukenschlag: Das Fest wurde wegen der Pandemie abgesagt, der Kabarettabend war Makulatur. Zunächst schien es, dass auch die Arbeit für die Festschrift für die Tonne war. Das war bitter. Mitte April 2020 – zum Zeitpunkt der Festabsage – stand man schon kurz vor der Drucklegung. Nachdem der erste Frust überwunden war, beschloss das Redaktionsteam jedoch, das bisherige Konzept umzuarbeiten und als fundierte, umfangreiche und reich bebilderte Chronik der Lindenthaler herauszubringen.

Nun konnte sich auch Richard Eder, der seit 1984 die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Lindenthaler betreut, einbringen. Er ging zunächst daran, alle Texte zu überarbeiten, zu detaillieren und auf einen einheitlichen Schreibstil anzugleichen. Ein Zeitplan wurde aufgestellt und immer wieder Korrekturschleifen eingefügt. Parallel ging es noch einmal in die Recherche. Vor allem der Zeitraum von 1920 bis 1945 war hier von Bedeutung, da in den Nachkriegswirren die Niederschriften von diesem Zeitraum verlorengingen. Hierzu stellte Redaktionsmitglied Rudolf Rothlehner den Kontakt zu Hans-Peter Luibl her, der aus dem Stadtarchiv von Eggenfelden, in dem auch die früheren Ausgaben des Rottaler Anzeigers liegen, bislang unbekannte Informationen vom ersten Gründungsfest der Lindenthaler zu Tage förderte. So konnten in der Chronik der genaue Festablauf dargestellt sowie ein Zeitungsinserat der Lindenthaler vom Juli 1925 integriert werden.

Setzte Bild und Text in ein ansprechendes Layout um: Sebastian Rothlehner.

Richard Eders Ziel war auch, möglichst viele historische Fotos zu sammeln und zu digitalisieren. „Auf viele private Vereinsfotos von verstorbenen Mitgliedern haben wir keinen Zugriff mehr, weil die Angehörigen entweder die Fotos vernichteten oder kein Kontakt mehr zu ihnen besteht“ bedauert Eder. Deswegen hat er über 1000 Fotos digitalisiert, katalogisiert und mit Kommentaren versehen, um diese wertvollen Zeitdokumente der Nachwelt zu erhalten. Im nächsten Schritt war wieder Sebastian Rothlehner gefragt, der aus dem nun umfangreichen Text- und Bildmaterial eine optisch ansprechende Gestaltung entwarf. Grafikerin Melanie Schimpfhauser hat auf dieser Grundlage ein modernes, edles Gesamtdesign des Buches geschaffen.

Auf 106 Seiten wird nun die Geschichte der Lindenthaler von der Gründung bis zur Gegenwart erlebbar. Bedeutungsvolle Meilensteine, wie der Beginn der Theatertradition 1926, der erste Sieg beim Gauwertungsplatteln 1975, der Bau des Vereinsheims 1984, die Premiere des Bruder-Konrad-Festspiels 1994 oder das Kunststück der Goaßlschnalzer 1997, im Rahmen des Traditionsspiels der Fernsehsendung „Bayern Champions“ brennende Kerzen „auszuschnalzen“, werden wieder ins Bewusstsein geführt. Die Produktion der Chronik ist auch ein Beispiel, wie effizient und effektiv virtuelle Zusammenarbeit funktioniert, betonen Eder und Rothlehner. Neben den beiden arbeiteten Marion Bauer, Sabine Gruber, Jürgen Leitl, Bernhard Ochsenbauer, Karina Rothlehner, Konrad Rothlehner und Rudolf Rothlehner mit unterschiedlichen Arbeitsschwerpunkten an der Chronik. Redaktionsteamsitzungen wurden über Skype abgehalten, Arbeitsstände zentral auf dem Server im Vereinsheim abgelegt und per link an das Team versandt, Fehler über Screenshots gemeldet, kurze Absprachen über WhatsApp geführt und auch die Kommunikation mit Grafikerin Melanie Schimpfhauser war ausschließlich digital.

Stolz ist dieses Team nicht nur auf das fertige Produkt, sondern auf den ganzen Verein mit seiner über 100-jährigen Geschichte. Es ist eine Geschichte, die von Innovation, Fleiß, Zusammenhalt und ganz viel Spaß geprägt ist. So wird die Chronik für jeden Lindenthaler zur Motivation, nach der Pandemie wieder voll anzupacken. Vereinsmitgliedern wird die Chronik mit dem Titel „100 Jahre Leidenschaft“ als Jubiläumsgeschenk in der Mitgliederversammlung ausgehändigt. Bei künftigen Lindenthaler-Veranstaltungen kann sie jeder käuflich erwerben.

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