Jugendweihnachtsfeier mit Blick in die „Schutzengelschui“

Das Schulwesen reformbedürftig? Worüber sich die Bildungspolitiker auf Erden streiten, ist auch im Himmel ein Thema. Zehn kleine aber durchaus vorlaute Engel sollen zu Schutzengeln ausgebildet werden, was den Oberengel sichtlich an seine Grenzen bringt.

„Schutzengelschui“ lautete der Titel des diesjährigen Weihnachtseinakters, mit dem der Theaternachwuchs der Lindenthaler bei der Jugendweihnachtsfeier unter der Regie von Sabine Gruber, assistiert von Josef Fichtner und Franziska Suttner, sein Talent bewies. Und das sehr zum Vergnügen des Publikums, das bei der frechen Engelschar einiges zu lachen hatte. Dem Oberengel (souverän gespielt von Ina Richter) ist dazu jedoch gar nicht zumute, ist bei den Aufträgen der Schutzengel-Azubis doch wieder einiges schiefgelaufen. Wenn Schutzbefohlene von der Leiter fallen, während der dafür zuständige Schutzengel schläft, geht das deutlich am Ausbildungsziel vorbei. Überhaupt, so wie die Berichte der Schüler abgeliefert werden, lustlos, gelangweilt, widerstrebend, bringt das den Oberengel schon ziemlich auf die Palme. Dem größten Lausbuben in der Klasse lässt das jedoch kalt. Benedikt Götz haut in dieser Rolle schlagfertig und staubtrocken einen Spruch nach dem anderen raus und sorgte damit für viel Heiterkeit bei den Zuschauenden.

Der Oberengel (Ina Richter, rechts) und der Erste Engel (Sophia Rinner) hatten ihre liebe Mühe mit ihrem frechen Schüler (Benedikt Götz).

Schließlich versucht es der Oberengel mit einer neuen Strategie: Er lässt die Engelschar als „Traumengel“ auf die Erde und das ist ein Auftrag der sofort Anklang findet. Flugs verwandeln sich die eben noch weiß und beflügelten Gestalten in eine Fee, einen Zauberer, eine Prinzessin, ein Zwergerl und einen Pumuckl, um als solchen den Erdenkindern im Traum zu erscheinen. Mit viel Applaus bedankte sich das Publikum, darunter Bürgermeisterin Karin Kienböck-Stöger, für die vergnügliche Vorstellung. Neben Ina Richter und Benedikt Götz standen dabei Sophia Rinner, Judith Götz, Elisa Eggersdorfer, Frieda Röckl, Martha Röckl, Lena Huber, Vanessa Rauscher, Magdalena Staimer und Josephine Staimer auf der Bühne.

Traumengel spielen macht mehr Spaß, als Schutzengel, da herrscht große Einigkeit bei (von links) Martha Röckl, Vanessa Rauscher, Lena Hu-ber, Frieda Röckl, Josephine Staimer und Magdalena Staimer.

Großer Beifall war schon vorher den Musikantinnen und Musikanten sicher, die den ersten Teil der Weihnachtsfeier bestritten. Beeindruckend war hier das Können von Anna Hofer an der Harfe, sie brachte einfühlsam die Weise „Es wird scho glei dumpa“ zu Gehör. Mit der Pfeiferlmusi spielte sie Querflöte zusammen mit Judith Götz ebenso Querflöte), Simon Hofer (Steirische Harmonika), Stefan Hofer (Tenorhorn), Felix Hofer (Violine) und Sabine Riemer (Gitarre). Gemeinsam mit ihren Geschwistern bildet sie zudem die Fass’l-Musi (abgeleitet von den Vornamen Felix, Anna, Simon und Stefan), die mit ihrer frischen Spielweise Anklang fand. Eine große Schar junger Sängerinnen und Sänger bevölkerte die Nebenbühne. Von dort aus schmetterten sie aus voller Kehle die beiden alten Tanzlieder „Kikeriki“ und „Bauernmadl“ in den Saal.

Die Pfeiferlmusi mit (von links) Felix Hofer, Stefan Hofer, Simon Hofer, Anna Hofer und Judith Götz eröffnete die Jugendweihnachtsfeier.

Sabine Riemer, die als Musikwartin den musikalischen Teil gestaltete, beantwortete in einer pointierten Lesung die Frage, wie und wann der Elefant das Trompeten lernte: Es war in der Heiligen Nacht. Bekanntermaßen sang damals ein großer Engelschor das Gloria und wurde von einem ebenso voluminösen Orchester mit Pauken und Trompeten begleitet. Bei der Rückkehr in den Himmel hatte jedoch ein Mitglied des himmlischen Klangkörpers seine Trompete vergessen. Ein Elefant sah das seltsam golden glänzende Instrument und fing an drauf zu spielen. Zur Erinnerung an das Geschehen in Bethlehem täten es die Dickhäuter noch heute, so die Quintessenz der Geschichte.

Kleine Kinder, große Stimmen: Die Gesangsgruppe hatte viel Freude beim „Bauernmadl“ und beim „Kikeriki“.

Vorstandsmitglied Sabine Gruber dankte gleich zu Beginn der Jugendleitung Elias Kronthaler und Magdalena Gruber. Ein großes Lob von Seiten des Vorstandes gab es auch für die Musikerinnen und Musiker, die immer zuverlässig bei den Proben und Auftritten zur Stelle seien: Julia Reiterer, Roland Moser, Johannes Werner, Konstantin Denk, Simon Hofer, Bettina Götz und Sabine Riemer. In die Lobeshymne mit einstimmen konnte ebenso der Nikolaus. Er dankte insbesondere auch Michaela Huber und Anja Birkner für die Leitung der Zwergerlgruppe sowie Sepp Fichtner, Lena Limmer, Laura Staimer und Martin Rauscher für deren Unterstützung in der Jugendarbeit. Der Nikolaus war zwar mit einem Krampus gekommen, der aber angesichts der Leistungen der Jugendgruppe in 2025 nicht allzuviel zu tun hatte. So gab es am Ende für alle ein kleines Geschenk.

Vom Nikolaus gab es am Ende für alle viel Lob und ein kleines Geschenk.