Drei Lindenthaler in den USA

„Es war cool, außergewöhnlich, interessant, einfach schee!“, schwärmen Magdelana Gruber, Lena Limmer und Constantin Mauererer. Die drei Lindenthaler waren als Mitglied der Gaugruppe des Bayerischen Inngau-Trachtenverbandes für 11 Tage in den USA. In Murfreesboro vertraten sie beim „International Folkfest“ die Bundesrepublik Deutschland.

Drei coole Leute besuchen eine coole Stadt: Magdalena Gruber, Constantin Mauerer und Lena Limmer in einer Rooftop-Bar in Nashville.

Seit 1986 organisiert der International Folkloric Societa Planning Council, eine gemeinnützige Einrichtung in Murfreesboro, einer 150.000-Einwohner-Stadt im US-Bundesstaat Tennessee, jährliche Festivals. Ihre Mission: Das internationale Kulturerbe zu fördern, zu bewahren und zusammenzubringen. Diesmal gingen die Einladungen nach Kroatien, nach Frankreich und nach Deutschland, genauer gesagt nach Bayern zur Gaugruppe des Inngau-Trachtenverbandes, und damit auch an Magdalena Gruber, Lena Limmer und Constantin Mauerer. Die drei Lindenthaler haben sich bei den letzten Wertungstanzen und -schuhplatteln für diese Bestenauswahl auf Verbandsebene qualifiziert. Von München ging es in gut neun Stunden mit dem Flieger nach Atlanta und von dort nochmal eine Stunde nach nach Nasville, der Hauptstadt Tennessees. Die ersten drei Tage erkundeten die Bayern Stadt und Land auf eigene Faust, bevor es nochmal 50 Kilometer nach Murfreesboro ging. Am Zielort angekommen wurden sie von der gastgebenden Stepptanzgruppe, den „Cripple Creek Cloggers“ herzlich empfangen. Für die Deutschen, Kroaten und Franzosen gab es zum Auftakt des Festivals eine große öffentliche Welcome-Party.

Magdalena Gruber in Action bei einem der vielen Auftritte während des International Folkfest.

Das insgesamt sieben Tage währende Festival, das dort ziemlichen Kult-Status geniest, hatte ein straffes Programm, zwei Auftritte pro Tag galt es in und um Murfreesboro zu absolvieren. Jedes Mal war den Schuhplattlern und Tänzerinnen Zulauf und Beifall sicher. Die fetzigen Marschplattler und anmutenden traditionellen bayerischen Figurentänze, in Amerika logischerweise selten zu sehen, faszinierte das Publikum. Dass Musik eine internationale Sprache ist, wurde auch hier schnell wieder sicht- und hörbar: Die mitgereisten bayerischen Musikanten Thomas Weinzierl (Ziach), Sabine Schwarzenbeck (Gitarre) und Felix Zuckermeier (Bassklarinette) verstanden sich blendend mit der Geigerin und dem Kontrabassisten der „Cripple-Creek-Cloggers“, was sich im spontanen miteinander Musizieren äußerte. „Am interessantesten waren die Kontakte und der Austausch zu den anderen Gruppen“, so Magdalena Gruber. Es sei einfach spannend, wie unterschiedlich sich Tanzformen auf der Welt entwickelt haben. Die Gruppe Lous Cadetouns aus Soustons, einer Kleinstadt im Südwesten Frankreichs, tanzen beispielsweise auf Stelzen. Der Hintergrund: Die Vorfahren waren Schafhirten und hatten auf Stelzen einen besseren Überblick über ihre Herde. Daraus entwickelten sich Tänze mit teilweise spektakulären Hebefiguren. Spannend war ebenso, die Folkloreabteilung der Kultur- und Kunstgesellschaft der Kroatischen Eisenbahnen Varaždin zu sehen, die über ein reiches Repertoire an Choreografien aus allen Teilen Kroatiens verfügt.

Constantin Mauerer (Mitte) zeigt in Murfreesboro seine Schuhplattler-Kunst.

Die Gastgeber taten ihr Übriges, damit sich die europäischen Gäste absolut wohlfühlen konnten. Zu einem Fest der ortsansässigen Brauerei Cedar Glade Brews wurde für jedes Land ein spezifisches Bier gebraut und nach einem landestypischen Tanz benannt. Für die Bayern gab es das dunkle Weißbier „Schuhplattler“. Zweimal waren die insgesamt 32 Mitglieder der Gaugruppe privat zum Essen eingeladen, Michael Graves, einer der Stepptänzer von den Cripple-Creek-Cloggers, feierte mit den Bayern sogar seinen Geburtstag. In Erinnerung bleiben den drei Lindenthalern auch der Tagesausflug nach Nashville, „eine echt coole Stadt, in jeder Bar spielt eine Live-Band“, wie Constantin Mauerer erzählt. Ebenso der Besuch der Jack-Daniels-Destillerie in Lynchburg, in der seit 1866 der weltberühmte Whiskey hergestellt wird, sowie die spontane Besichtigung einer Fire-Station von Murfreesboro.

Spannend war für Lena Limmer und Magdalena Gru-ber (von links) auch der Besuch einer Fire Station von Murfreesboro.

Abschlussabend und zugleich Höhepunkt waren die Auftritte aller Gruppen beim Simply Smyrna – Musikfestival, dem größten Kunst- und Musikfest im Rutherford County, das jährlich etwa 10.000 Besucher anzieht. Um viele Eindrücke und ein paar internationale Freundschaften reicher kehrten die drei Lindenthaler anderntags wieder nach Niederbayern zurück.