Adventshoagartn mit guter Musik und Denkanstößen

Viele kamen, der Saal des Lindenthaler-Vereinsheims war prall gefüllt, um zum 37. Mal ein ganz spezielles vorweihnachtliches Geschenk auszupacken: Den Lindenthaler-Adventshoagartn. Zum Vorschein kam ein stimmungsvoller Abend mit guter Musik, feinem Gesang und einigen Denkanstößen.

Die beschwingte Seite von Weihnachten zeigte die „De-wo-grad-Zeit-ham-Musi“ (von links: Roland Moser, Julia Reiterer, Elias Kronthaler, Leonhard Riemer).

Hubert Auer aus Haiming sprach diesmal die verbindenden Worte und verstand es, mit überraschenden Wendungen wachzurütteln, die Gedanken von der weihnachtlich-lieblichen Sentimentalität in die oft kalte Realität der Gegenwart zu lenken. Metaphorisch benutzte er die Geschichte von der Geburt Christi, um auf das Leid in Kriegsgebieten hinzuweisen: „Das Kind ist krank, die Mutter verzweifelt, die Könige sind weitergezogen, nur Herodes scheint alles im Griff zu haben.“ Auch ließ er nach der bekannte Erzählung über die Herbergssuche die Zuhörenden darüber nachdenken, wie man reagieren würde, wenn das Christkind als Gastarbeiter- oder Asylantenkind an der eigenen Haustüre läuten würde. „Was wär, wenn er zu uns heute kommen würde?“, fragte Auer, um noch hinterherzuschieben, dass wir es mit Blick auf den im Erdkreis ungerecht verteilen Wohlstand „net schlecht dawischt haben.“Die Persiflage auf den üblichen Weihnachtsstress und die bei derartigen Veranstaltungen nicht wegzudenkenden Botschaft, dass Weihnachten früher von Haus aus besser war, gelang Hubert Auer durchaus humorvoll. So ließ er Weihnachtsengel über das Für und Wider der Digitalisierung der Weihnachtspost samt Bestellportal mit automatischer Rückantwort diskutieren und reimte pointiert: „Auf den Advent geht’s zua, vorbei is‘ mit der Ruah. Advent, Advent, pressier’n duat’s eminent. Advent, Advent, jetzt langs ma gent.“

Absoluter Hörgenuss: Die Gruber-Dirndl mit Magdalena Gruber an der Harfe und Franziska Gruber am Hackbrett.

Das stimmlich ausgezeichnet disponierte Frauentrio „Pomp-A-Dur“ aus Ortenburg verströmte mit klarem, gut ausbalancierten Gesang Hoffnung und Zuversicht. In zeitgemäßen Arrangements intonierten Mariele Bernkopf, Simone Schober und Hildegard Roitner das Geschehen von Bethlehem. Besonders beeindruckend, da von forte bis piano sehr differenziert dargebracht: Das a-cappella vorgetragene Stück „Mitten im Winterschnee“ sowie das von Sabine und Wolfang Riemer an Zither und Gitarre angenehm begleitete berührende Lied „Es war a stille Nacht“. Rhythmisch klar strukturiert ließ die Lindenthaler Saitenmusik die Instrumente erklingen. Sabine Riemer (Zither) sowie Bettina Götz und Werner Gruber (Gitarre) gelang durch diese akzentuierte Vortragsweise dem stillem Klang der Saiten eine spannungsvolle Wirkung zu entlocken.

Akzentuiert und gefühlvollvoll spielte die Lindenthaler Saitenmusik (von links Werner Gruber, Bettina Götz, Sabine Riemer).

Die Lindenthaler Bläser verhalfen der festlichen Seite von Weihnachten zu ihrem Recht. Mit majestätisch anmutenden Klangfarben malten Constantin Mauerer, Christoph Renner, Simon Reiterer, Leonhard Riemer und Franziska Gruber weihnachtlichen Glanz in den Saal.    Einen großartigen Hörgenuss schenkten die Gruber-Dirndl (Magdalena Gruber an der Harfe und Franziska Gruber am Hackbrett) dem Publikum. Ihre Stücke waren zum einen gekennzeichnet durch spannende Kompositionen, die homophone Bögen mit polyphonen Abschnitten in den musikalischen Wettstreit ziehen ließen, zum anderen durch eine fesselnde Phrasierung und Dynamik, die dem virtuosen Vortrag eine entscheidende, tiefe emotionale Wirkung gab.

Glasklare Stimmen: Der Frauengesang “Pomp-A-Dur“ aus Ortenburg.

Dazu wiederum setzte die „De-wo-grad-Zeit-ham-Musi“ einen willkommenen Kontrapunkt. Mit zwei steirischen Harmoniken, Gitarre und Flügelhorn zeigten Roland Moser, Julia Reiterer, Elias Kronthaler und Leonhard Riemer im wiegenden Dreivierteltakt, dass Weihnachten auch beschwingt und tänzerisch klingen darf. Mit minutenlangem Applaus bedankten sich die vielen Zuhörenden, Vorstandsmitglied Sabine Gruber konnte zu Beginn die stellvertretende Landrätin Edeltraud Plattner, MdB Günther Baumgartner, Erste Bürgermeisterin Karin Kienböck-Stöger, Zweiten Bürgermeister Patrick Maurer, Kreisrat Kurt Vallée und die Gemeinderäte Reinhard Gruber, Dr. Franz Lichtnecker, Andreas Holzer, Norbert Kolhofer sowie den ehemaligen Bundestagsabgeordneten Max Straubinger begrüßen, für das von Musikwartin und Organisatorin Sabine Riemer zusammengestellte Programm.