„Unsere Heimat gibt Halt, Inspiration und ein Gefühl der Zugehörigkeit. Sie braucht dazu aber auch Menschen, die sie jeden Tag neu gestalten, pflegen und sich für sie einsetzen.“ Mit diesen Worten überreichte im Rahmen eines Festaktes in der Allerheiligen-Hofkirche der Münchner Residenz der Bayerische Finanz- und Heimatminister Albert Füracker den Lindenthalern den Heimatpreis Bayern.

Es war ein in jeder Hinsicht beeindruckender und zugleich kurzweiliger Festakt, zu dem die aus dem Rottal angereisten Preisträger selbst maßgeblich beitrugen: Die Lindenthaler Bläser (Franziska Gruber, Leonhard Riemer, Constantin Mauerer) eröffneten die Feier mit majestätischer Intonation und setzten über die gesamte Veranstaltung hinweg musikalische Glanzlichter. Auf besonderen Wunsch des Ministeriums durften sie die Preisverleihung gemeinsam mit dem Trompeter Peter Gasser musikalisch umrahmen. In seiner Laudatio würdigte Füracker das große Engagement des Hebertsfeldener Trachtenvereins als „eindrucksvolle Geschichte der Kulturtradierung über Generationen hinweg“. Er spannte dabei einen Bogen über die gesamte Vereinsgeschichte seit der Gründung im Jahr 1920. Er streifte alle Facetten der Lindenthaler – vom Tanzen und Schuhplatteln über die Erfolge beim Preisplatteln, die Musik und das Goaßlschnalzen, bis hin zur engagierten Jugendarbeit und dem bekannten Lindenthaler Volkstheater. Als historischen Meilenstein stellte der Minister den Bau des eigenen Vereinsheims 1984 heraus.

Der Verein leiste einen nachhaltigen Beitrag zur Weitergabe bayerischer Kulturgüter, der Name „Lindenthaler“ sei längst zu einem echten Markenzeichen geworden. Zudem betonte Füracker, dass es dem Verein stets gelinge, „am Puls der Zeit“ zu sein. Entsprechend froh und dankbar zeigte sich das Vorstandstrio der Lindenthaler, Sabine Gruber, Jürgen Leitl und Sebastian Rothlehner, in seiner Dankesrede. Jürgen Leitl gab offen zu, dass die Lindenthaler schon „ein bisschen aus dem Häuschen“ gewesen seien, als sie im Sommer von der Nominierung erfuhren. Sabine Gruber stellte fest, dass sich gerade bei diesem feierlichen Anlass das vereinsinterne geflügelte Wort „Es ist schön, ein Lindenthaler zu sein“ bewahrheite, und lobte den enormen Zusammenhalt sowie das Engagement der Mitglieder. Sebastian Rothlehner weitete den Blick auf die überregionale kulturelle Bedeutung der Lindenthaler aus: Es sei auch schön, „ein Bayer zu sein“. Er betonte, wie sehr dieser Preis dazu motiviere, auch künftig „am Ball zu bleiben“, und schloss mit einem herzlichen „Vergelt’s Gott“ in Richtung des Ministers.

Mit am meisten freute sich der Rottaler Landtagsabgeordnete Martin Wagle über die Preisvergabe an die Lindenthaler. Er hatte nach dem Besuch der Brandner-Kaspar-Inszenierung des Lindenthaler Volkstheaters im März dieses Jahres die Hebertsfeldener Trachtler beim Minister Füracker für den Preis ins Spiel gebracht. „Ich bin einfach begeistert von dem, was die Lindenthaler insgesamt leisten und in welcher Qualität sie das tun“, so Wagle. Der Heimatpreis Bayern wird seit dem Jahr 2015 jährlich vom Bayerischen Staatsministerium der Finanzen und für Heimat verliehen. Mit dieser Auszeichnung würdigt der Freistaat ehrenamtliche Initiativen, Vereine und Organisationen, die sich in besonderer Weise um die Kultur und den Zusammenhalt in ihren Regionen verdient machen. Die eigentliche Entscheidung darüber, wer den Preis erhält, trifft das Ministerium unter Einbindung einer Fachjury. Diese prüft die Kandidaten anhand festgelegter Kriterien. „Es ist eine Auszeichnung, die man nicht einfach so bekommt“, unterstrich Wagle. Pro Regierungsbezirk werden jedes Jahr zwei Preisträger ausgewählt, neben den Lindenthalern haben die Burgfestspiele Neunußberg 2026 den Preis für Niederbayern erhalten.

Zu den prominenten Gratulanten vor Ort zählten auch Landtagspräsidentin Ilse Aigner, Kabarettist Martin Frank und Sebastian Gröller, der Leiter der Volksmusikabteilung des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege. Die drei hatten sich vor der Preisvergabe in einer von Füracker moderierten Podiumsdiskussion facettenreich über den Begriff „Heimat Bayern“ ausgetauscht. Begleitet wurde die 15-köpfige Abordnung der Lindenthaler von Hebertsfeldens Bürgermeisterin Karin Kienböck-Stöger und stellvertretender Landrätin Anna Nagl. Die beiden Kommunalpolitikerinnen bezeichneten die Lindenthaler als Aushängeschild für Gemeinde und Landkreis. Der Festakt schloss stimmungsvoll mit einer von den Lindenthaler Bläsern gemeinsam mit Peter Gasser angestimmten und vom gesamten Auditorium gesungenen Bayernhymne.

