Man kennt sie, beinahe in- und auswendig: Die Erzählung von der Geburt Jesu. Und ebenso die vielen Geschichten, die sich seither darum ranken, wie Herbergssuche und Hirtenlager. Aber wie tiefdringend und berührend werden sie, wenn sie in Mundart erzählt werden, wie authentisch, echt und wahrhaftig! Hubert Auer, Sprecher des 33. Adventshoagartns der Lindenthaler gelang dies auf vortreffliche Weise.

Ausgestattet mit einer sonoren, tragenden Stimme, die auch in den leisen Tönen mit unbeschreiblicher Leichtigkeit den Saal füllt, erweckte er die Bilder aus jener Nacht vor dem geistigen Auge der Zuhörer wieder zum Leben. So erzählte er vom Hirtenhund, dem plötzlich das Fell zu Berge stand, als er den Engel, der eine so unglaubliche Botschaft überbrachte, herannahen sah. Vom Hirten Simmerl, der als einziger die Nachricht vernahm, weil die anderen alle schliefen. Und vom Weg nach Bethlehem, auf den sich schließlich doch alle machten, obwohl sie dem Simmerl nicht so recht glauben konnten.

Minutenlanger Applaus entlohnte die Ausführenden des 33. Adventshoagartns. Von links: Magdalena Gruber, Simon Scheuer, Sophia Riemer, Rosmarie Winichner, Waltraud Hübler, Sprecher Hubert Auer, Silvia Meier, Roland Moser, Werner Gruber, Egon Meier, Sabine Riemer und Wolfgang Riemer.

Doch es waren nicht nur die bekannten Szenen des Lukas’schen Weihnachtsberichts, die Hubert Auer auf seine Art zum Besten gab. Es waren auch pointierte Geschichten, mit denen er den Irrsinn des weihnachtlichen Kommerzes persiflierte. Sie handelten von sprechenden Plastik-Christbäumen, vertauschten Schneepulver-Dosen und amerikanischen Weihnachtsmännern.

Festliche Töne, majestätische Klangfarben: Die Lindenthaler Bläser.

Passend zu den Auer’schen Erzählungen malten die beteiligten Musikgruppen kontrastreiche Tonbilder. Majestätisch in den Klangfarben, berührend in der sensibel gestalteten Melodieführung eröffneten die Lindenthaler Bläser den Hoagartn, und setzten in dessen Verlauf immer wieder festliche Akzente.
Die musikalisch gereifte Freitags-Musi mit Simon Scheuer an der Ziach, Magdalena Gruber an der Harfe, Franziska Gruber am Hackbrett und Sophia Riemer an der Querflöte, alle im Alter zwischen 14 und 16 Jahre, brachten eine wundervolle Stubnmusi zu Gehör, fein und harmonisch im Zusammenspiel.

Das Quartett Meier-Riemer bestach auf höchstem Niveau, die vorgetragenen Landler, Boarischen und Menuette mit Geige, Akkordeon, Zither und Gitarre sehr differenziert ausgestaltet, die Arrangements mit musikalischer Raffinesse gewürzt und mit spürbarer Energie vorgetragen. Einmal mehr beeindruckte Roland Moser auf seiner steirischen Harmonika, virtuos das ganze Klangspektrum seines Instrumentes ausnutzend.

Das Quartett Meier-Riemer bestach auf höchstem Niveau.

Und da waren schließlich noch Waltraud Hübler und Rosmarie Winichner, die beiden Sängerinnen des Anzenkirchner Zwoagsangs, begleitet vom Gitarristen Werner Gruber, die in ihrer Liedauswahl den Bogen vom Wintereinbruch bis zur Heiligen Nacht spannten und die vor allem mit der schwer zu intonierenden Aiblinger Weihnachtsweise beeindruckten.

Das Publikum im vollbesetzen Vereinsheimsaal, Lindenthaler-Vorstand Konrad Rothlehner konnte unter anderem Pfarrer Josef Reiner, stellvertretenden Landrat Kurt Vallée, 2. Bürgermeister Willi Gschneidner, den Vorsitzenden der Trachtenvereinskreisrunde Franz Hahn sowie eine Reihe von Kreis- und Gemeinderäten sowie Lindenthaler-Ehrenmitglieder willkommen heißen, genoss sichtlich die im Hoagartn vermittelte weihnachtliche Vorfreude. Alle Ausführenden, insbesondere die Programmverantwortliche Sabine Riemer, wurden am Ende mit einem minutenlangen, dankbaren Applaus entlohnt.

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