Lacha, Musi, Märzenbock

16.03.2016 18:54 - Von: Richard Eder


Die Lindenthaler Vollblutmusik

Sie sorgten für beste musikalische Unterhaltung: Die Lindenthaler Vollblutmusiker (von links) Johannes Werner, Michael Winkler, Thomas Nussbaumer und Roland Moser. Foto: Lena Limmer

Hoagartnspiele

Manchmal entgleiten den Politikern wie MdB Max Straubinger (links) oder Gemeinderat Dr. Franz Lichtnecker die Gesichtszüge, wenn schon nicht wegen der politischen Lage, dann wenigstens, wenn ihnen Richard Limmer (hinten) einen Nylonstrumpf über den Kopf zieht. Foto: Lena Limmer

Linden. „Grachal ist das einzige Getränk, das wir nicht trinken und Sümpfoniker kommt von versumpfen!“ So lautete kurz und bündig die Erklärung des Gruppennamens „Grachal Sümpfoniker“, eine Volksmusikformation aus dem Landkreis Straubing-Bogen, die die Besucher von „Lacha, Musi, Märzenbock“ im Vereinsheim der Lindenthaler aufs Beste unterhielt.

    Gerammelt voll war der Saal im Lindenthaler-Vereinsheim. Mittlerweile hat es sich herumgesprochen, was sich unter „Lacha, Musi, Märzenbock“ verbirgt: ein original bairischer Brauchtumsabend, abgestimmt auf die besonderen Bedürfnisse der Fastenzeit. Die Unterholzner Grachal Sümpfoniker verstehen dabei nicht nur, ihre Instrumente virtuos zum Klingen zu bringen, sondern auch zu „entertainen“, wie es neudeutsch heißt, ihre Stücke mit witzigen Geschichten einzuleiten oder mit eigenen Texten zu unterlegen.

     Ein weiteres Schmankerl für alle, die hintergründig-altbairisches Liedgut zu schätzen wissen, war der Auftritt der Lindenthaler-Vollblutmusiker Roland Moser und Thomas Nussbaumer. Mit dem „Saubärngrunzer“ erzählten sie die Geschichte einer Liebesnacht im Schweinestall, die vor lauter Leidenschaft mit tödlichen Folgen für das Schwein endete. Unterstützt wurden die zwei von Johannes Werner an der Ziach und Michael Winkler an der Gitarre.   

    Doch gerade jene, die dachten, sie könnten sich einfach hinsetzen und sich berieseln lassen, fanden sich, dank Richard Limmers freundlich-unbarmherziger Aufforderung, flugs als Akteure auf der Tanzfläche wieder, um zu Hoagartnspielen wie „Fuchsbau“ oder „Nudelholz-Tanz“ für Eigen- und Fremdbelustigung zu sorgen. Besonders amüsant waren die Gesichtsentstellungen, die man notgedrungen macht, wenn ein über den Kopf gezogener Nylonstrumpf langsam wieder hochgezogen wird. Noch unterhaltsamer ist es, wenn es sich dabei um die Häupter von bekannten Politikern wie z. B. Bürgermeister Karl Hendlmeier oder Bundestagsabgeordneter Max Straubinger handelt, die Richard Limmer im Publikum entdeckte und die natürlich um das Mitspielen nicht herumkamen.

    Eine Lachnummer war auch die von Sabine Gruber einstudierte Vereinssatire, bei der zehn Jugendliche des Vereins Ehrenvorstand Winfried Viehhauser, die beiden Vorsitzenden Konrad Rothlehner und Jürgen Leitl und noch viele weitere „prominente“ Vereinsmitglieder auf die Schippe nahmen, indem sie deren typische Redewendungen und Handbewegungen parodierten. Ebenso witzig: Erich Holzapfel als Kabarettist „Toni Lauerer“ der mit dem Fahrrad unterwegs dringend ins Vereinsheim zum Auftritt musste, aber den Weg dorthin nicht fand. Sepp Fichtner war bereit, die Frage zu beantworten, allerdings erst nachdem „Toni Lauerer“ einige nervige Autogrammwünsche erfüllen musste. Die Antwort selbst konnte freilich nicht befriedigen: „Das Vereinsheim der Lindenthaler suchen Sie? Ja das weiß ich auch nicht!“

   Großen Applaus von den Besuchern, darunter auch zweiter Bürgermeister Willi Gschneidner und stellvertretende Landrätin Edeltraud Plattner, bekamen drüber hinaus die Jugendgruppe und die Goaßlschnalzer für ihre Auftritte. Die Gesamtleitung des Abends hatte Sabine Gruber inne.