Jugendweihnachtsfeier

13.12.2015 11:24 - Von: Richard Eder


Alle mussten ran, damit Herbert (Josef Fuchs, rechts) sein Hirtenspiel üben kann: (von links) Der Vater (Richard Blümlhuber) als Josef, die Mutter (Jessica Altmannshofer) als Maria und die Schwester (Franziska Suttner) als Engel. (Foto: R. Eder)

Mit frischen Liedern zeigte die Gesangsgruppe unter der Leitung von Sabine Riemer (links) ihr Können. (Foto: R. Eder)

Linden. „Warum kann man sich seine Familie nicht selber aussuchen?“ Die Frage blieb natürlich unbeantwortet, aber sie brachte den Unmut des kleinen Herbert auf den Punkt, der sich ärgerte, weil sich seine Angehörigen gar so sehr zierten, mit ihm ein Hirtenspiel einzuüben.

     Das traditionelle Weihnachtstheater der Jugendgruppe, es war auch in diesem Jahr der Höhepunkt der Jugendweihnachtsfeier der Lindenthaler und die vor Spielfreude schier platzenden Jungschauspieler gingen ganz in ihren Rollen auf. Allen voran Josef Fuchs, der den kleinen Herbert mimte, absolut textsicher und mit einer gehörigen Portion Schlagfertigkeit brachte er die sich zunächst komplett sträubenden Familienmitglieder schließlich doch dazu, mit ihm das Krippenspiel für die Schule zu üben. Dazu bedurfte es großer Überzeugungsarbeit, wollte doch der gestresste Vater (Richard Blümlhuber) in Ruhe Zeitung lesen, die Mutter (Jessica Altmannshofer) das letzte Blech Plätzchen backen, die Schwester (Franziska Suttner) hatte berufsbedingt eh von Weihnachten schon genug und die humpelnde Oma (Vanessa Altmannshofer) wollte partout nicht den Mohren-Weisen spielen. Aber alles Lamentieren half nichts, alle bekamen ihre Rollenbücher und mussten spielen. Auch der Freund der Schwester (Sebastian Brenner) wurde kurzerhand zum König befördert. Und siehe da, am Schluss waren alle so gerührt, dass sowohl Schwester als auch Oma dem kleinen Herbert ein Küsschen auf die Wange drückten. „Dass das gleich so eine Wirkung hat“, sogar Herbert hätte das nicht zu träumen gewagt.  

       Christine Haas hat gemeinsam mit den Jugendleitern Lena Limmer und Sepp Fichtner diesen witzigen Einakter in wochenlanger Kleinarbeit einstudiert und bei der Jugendweihnachtsfeier der Lindenthaler vor einem begeisterten Publikum, darunter 2. Bürgermeister Willi Gschneidner, zur Aufführung gebracht.

     Eröffnet wurde diese adventliche Feier im Vereinsheim der Lindenthaler mit einer feierlich klingenden Weise der Lindenthaler Bläser. Im ersten Teil des Programms zeigten die Musiker und Sänger, was sie drauf haben und was ihnen von Musikwartin Sabine Riemer beigebracht worden ist. Frisch berichtete die Gesangsgruppe von der „Alten Mühle“ und wer sich beim „Bimperlwirt“ die Klinke in die Hand gibt. Mit Harfe, Querflöte, Ziach und Hackbrett brachte die Freitagsmusi eine Polka und im wiegenden Dreivierteltakt den „Mondscheiniger“ zu Gehör. Die Lindenthaler Bläser setzten mit dem raffiniert gesetzen „Aufi-obi“ den Schlusspunkt. „Unser Christbaam ist a Pracht, den hat der Papa selber gmacht“, in lustigen Versen erzählte Musikwartin Sabine Riemer zur Auflockerung die Geschichte jenes Mannes, der an einem viel zu großen Christbaum lange herumschnipseln musste, bis er endlich ins Wohnzimmer passte.

    „Ich bin stolz auf die hervorragende Jugendarbeit“ so würdigte Lindenthaler-Vorstand Konrad Rothlehner die Arbeit der Jugendleiter Sepp Fichtner und Lena Limmer sowie das Engagement der bis Herbst amtierenden Jugendleiterin Marion Bauer. 64 Kinder und Jugendliche umfasse derzeit die gesamte Jugendgruppe, so der Vorstand, der in seinem Dank auch alle weiteren Helfer, Musiker, Trainer und Assistenten mit einschloss.     

   Auch der Nikolaus würdigte das Engagement der Nachwuchstrachtler, lobte ganz viel, tadelte nur ein bisschen und überreichte an jedem ein kleines Präsent.