Artikel zu "Die drei Eisbären"

28.09.2015 16:26 -


Ein Kind aufziehen? Keine Sache für die drei Eisbären (von links) Jürgen Leitl, Sebastian Rothlehner und Richard Eder.

Es ist eines der ersten und eines der bekanntesten Werke des bayerischen Volksstücke-Autors Maximilian Vitus (1897-1968): Die drei Eisbären. Das bayerische Fernsehen hat für die populäre Reihe „Der Komödienstadel“ dieses Lustspiel gleich zwei Mal inszeniert: 1961 mit dem legendären Michl Lang in einer der Hauptrollen und 1973 mit dem Gespann Gustl Bayrhammer, Maxl Graf und Gerhard Lippert.

    Nun gehen die Lindenthaler daran, ihre ganze eigene Fassung dieses Klassikers der bayerischen Theaterliteratur auf die Bühne zu bringen, worauf sich Regisseur Richard Eder in seinem nunmehr zehnten Jahr als Leiter der beliebten Hebertsfeldener Volksbühne besonders freut. Er selbst wird in die Rolle des Pauli schlüpfen, den Peter mimt Jürgen Leitl, der im vergangenen Jahr als Bruder Konrad schauspielerische Klasse zeigte und den Juliander spielt der dem Lindenthaler Publikum seit vielen Jahren bekannte Darsteller Sebastian Rothlehner.

    „Es macht unglaublich Spaß, diese drei rauhbeinigen Eigenbrötler zu spielen, die plötzlich weich wie Butter werden“, sind sich die drei einig. Der Schwur beinhaltet nämlich auch das Versprechen, niemals zu heiraten, denn dann gäbe es einen Bauern sowie eine Bäuerin und nicht mehr drei gleichberechtigte Brüder. Da als einziges weibliches menschliches Wesen die ständig keifende alte Haushälterin Veronika (Waltraud Angermaier) auf dem Hof lebt, besteht auch keinerlei Gefahr, irgendwelchen Reizen zu erliegen. Selbst der Viehhändler Anthuber (Winfried Viehhauser) der gerne wieder einmal nebenbei einen Schmuserlohn kassieren würde und den dreien die Haslocher-Witwe (Sabine Gruber) als Braut schmackhaft macht, beißt auf Granit. Bis die drei plötzlich ein Kind finden, dass eine arme Mutter vor dem Hof ausgesetzt hat.

     Weil die drei Männer sowie die alte Veronika mit dem Kinderaufziehen gar nichts am Hut haben, beschließen sie, die junge Magd Maral (Martina Straubinger) einzustellen. „Mit ihr kommt der Glanz in die alte Hütte“, so der Regisseur, und eben auch die bislang fehlenden weiblichen Reize. Unter ihrem dicken Fell entdecken die Eisbären plötzlich ihre Gefühle, sie beginnen sich an längst vergessene Dinge wie Körperpflege und Rasieren zu erinnern und verhalten sich eben so seltsam, wie es verliebte Männer gemeinhin tun.

    Die junge Magd könnte eigentlich nur darüber lachen, hätte sie nicht selbst von der ersten Sekunde an ihr Herz an einen der drei Brüder verloren. Ausgerechnet an den Schüchternsten. Für Maral beginnt nun ein hartes Stück Überzeugungsarbeit, für das Publikum folgt von da an eine aberwitzige Szene nach der anderen.

    Für Regisseur Eder ist es nicht verwunderlich, dass „Die drei Eisbären“ zu den auf den bayerischen Volkstheaterbühnen meistgespielten Stücken zählt: „Es stecken viele sprachliche Feinheiten drin, die Figuren sind psychologisch unglaublich interessant und Vitus schreibt herrliche Pointen, die einfach nur in der bayerischen Sprache funktionieren.“ Ab kommenden Montag beginnt der Kartenvorverkauf über die Geschäftsstelle des Rottaler Anzeigers.

  

 

Vorstellungen „Die drei Eisbären“ im Vereinsheim in Linden:

Samstag, 17. Oktober, 20.00 Uhr

Sonntag, 18. Oktober, 13.30 Uhr

Freitag, 23. Oktober, 20.00 Uhr

Samstag, 24. Oktober, 20.00 Uhr

Sonntag, 25. Oktober, 13.30 Uhr

Freitag, 30. Oktober, 20.00 Uhr

Samstag, 31. Oktober, 20.00 Uhr

Mittwoch, 4. November, 20.00 Uhr

Freitag, 6. November 20.00 Uhr

Samstag, 7. November, 20.00 Uhr

Sonntag, 8. November, 19.00 Uhr

Samstag, 14. November, 20.00 Uhr

Sonntag, 15. November, 13.30 Uhr

 

Karten (ab 28. September): Geschäftsstelle des Rottaler Anzeigers, Rathausplatz 3, Eggenfelden, Tel. 08721 – 95990; Mo.-Do. 8 – 17 Uhr; Fr. 8 – 15 Uhr; Sa. 8 – 12 Uhr.