Gaupreisplatteln 2018

30.07.2018 18:12 - Von: Richard Eder


Exakte Schläge, perfekte Haltung, optimales Drehen: Die aktive Gruppe der Lindenthaler belegte in der „Königsdisziplin“ Rang eins. (Foto: Leitsmüller)

Schuhplattler-Ausnahmetalent: Florian Griebl belegte Platz eins in seiner Altersklasse und gewann zudem den Wanderpokal des Bayerischen Inngautrachtenverbandes. (Foto: Leitsmüller)

Mit einem historischen Punktevorsprung von 5,9 Punkten jubelt die Jugendgruppe der Lindenthaler über ihren ersten Platz (Foto: Leitsmüller

Mit einer Spende überraschte Schleudermaxx-Geschäftsführer Herbert Hofbauer (rechts) den Vorstand der Lindenthaler, Konrad Rothlehner

Linden. Einmal Lauterbach hin und zurück, und der Pokalschrank der Lindenthaler ist gleich um vier Siegertrophäen reicher. Beim Preisplatteln des Bayerischen Inngautrachtenverbandes waren es wieder einmal mustergültige Vorführungen aus dem Schuhplattler-Lehrbuch, die den Wertungsrichtern keine andere Wahl ließen, als den Lindenthalern Bestnoten zu vergeben.

    Die Gruppenwertung gilt dabei als die wichtigste und schwierigste Disziplin, weil hier aus perfekten Einzelleistungen der insgesamt 8 Beteiligten eine homogene Teamdarbietung geformt werden muss. Das geht nur mit intensiver Probenarbeit, damit sich ein gemeinsamer Rhythmus, ein Gleichklang der Schläge und ein harmonischer Ablauf einstellt.

   Zuerst waren die 15- bis 16-jährigen an der Reihe, um sich in dieser „Königsdisziplin“ zu messen. Es galt, den „Wendlstoaner“ fünf gestrengen Wertungsrichtern darzubieten. Auch dem Laien unter den Zuschauern war schnell klar, dass Simon Scheuer, Constantin Maurer, Christoph Renner, Dominik Westenthanner, Sophia Riemer, Franziska Gruber, Lea Schönhütl und Ramona Ochsenbauer eine fabelhafte Leistung zeigten und der Siegertitel nur eine logische Schlussfolgerung sein muss. Dass es am Ende auch noch zu einem historischen Punktevorsprung von 5,9 Punkten (Fehler werden in Zehntelpunkten abgezogen) kam, machte die eigentliche Sensation erst richtig offenbar und belohnte die Lindenthaler Jugendleiter Lena Limmer und Sepp Fichtner für ihre Trainingsarbeit.

    Eine derartige Steilvorlage der Jugend löste durchaus einen gewissen Erwartungsdruck für die Erwachsenen aus. Sepp Lechl, Sebastian Rothlehner, Simon Reiterer, Leonhard Riemer, Rebecca Ries, Lena Limmer, Elisabeth Degner und Barbara Huber mussten den „Sulzbergler“, der den auch von manch erfahrenen Plattlern gefürchteten „Kreuzschlag“ enthält, auf die Bühne bringen. Auch wenn den Lindenthalern die Mitstreiter aus Lauterbach hier mit sechs Zehntelpunkten Abstand deutlich dichter folgten, am Ende reichte es für die Tänzerinnen und Tänzer zum Siegerpokal. Bei den Vorplattlern Sebastian Rothlehner und Sepp Lechl stellte sich bei der Siegerehrung ein durchaus berechtigtes breites Grinsen ein, zumal sie auch noch eine zweite Gruppe ins Rennen schickten, die unter insgesamt 21 teilnehmenden Gruppen mit nur einem Zehntelpunkt Abstand zum Zweitplatzierten die Bronzemedaille ertanzte.

    In der Einzelbewertung waren diesmal die Burschen und Männer gefordert. In der Altersklasse der 15- und 16-jährigen plattelte Simon Scheuer auf Rang 3, gefolgt von Constantin Maurer auf Rang 4, Christoph Renner kam auf Platz sieben. Bei den 17- bis 23-jährigen ergatterte Simon Reiterer mit Rang zwei einen Platz auf dem „Stockerl“, Martin Frasch erzielte Platz sieben und Leonhard Riemer Platz 15. In der Altersgruppe der 24- bis 30-jährigen war Rainer Preisinger mit Rang drei der beste Lindenthaler, gefolgt von Sebastian Rothlehner auf Platz vier.

     Ein Ausnahmetalent in Sachen Schuhplatteln ist Florian Griebl. Er holte sich bei den 31- bis 40-jährigen seinen elften Siegertitel. Doch das sollte dem erfolgsverwöhnten Lindenthaler-Tänzer, der 1990 als zwölfjähriger zum ersten Mal auf Verbandsebene in seiner Altersklasse gewann, noch nicht genügen. Die jeweils Erst- und Zweitplatzierten aus allen Altersklassen traten traditionell noch einmal gegeneinander an, um den Wanderpokal unter sich auszumachen. Auch wenn ihm hier Sepp Brem aus Lauterbach dicht auf den Fersen war, es war auch hier Florian Griebl, der am Schluss die Trophäe jubelnd in die Höhe heben konnte. Seine Vereinskollegen Josef Lechl und Matthias Golginger belegten in der Gruppe der 31- bis 40-jährigen die Plätze fünf und sechs.

     Seit Mitte der 70er Jahre gehören die Lindenthaler ununterbrochen zur Plattler- und Tanz-Elite des Bayerischen Inngau-Trachtenverbandes. Möglich macht dies eine seit Jahrzehnten kontinuierlich währende, engagierte Jugendarbeit. Lindenthaler-Vorstand Konrad Rothlehner freute sich deshalb ganz besonders, als ihn kürzlich der Geschäftsführer der Schleudermaxx-GmbH mit einem Spendenscheck in Höhe von 1250 Euro zur Förderung der Jugendarbeit überraschte. Bei dieser Gelegenheit betonte Rothlehner ausdrücklich, wie wichtig die Jugendarbeit sei, die er als eine „Investition in die Zukunft“ sehe.