Jugendweihnachtsfeier 2017

16.01.2018 18:09 - Von: Richard Eder


Was tun gegen das Computerchaos? (von links) Die Lausbuben-Engel (Simon Scheuer, Dominik Westenthanner), Erzengel (Jonas Hanseder) Petrus (Constantin Maurer) und Nikolaus (Catalin Durca) schmieden einen Plan.

Von angeberischen Hähnen und aufmüpfigen Krähen sang die Kindergesangsgruppe unter der Leitung von Sabine Riemer.

Linden. Das Eröffnungsstück der Lindenthaler Bläser war beispielgebend für die gesamte Veranstaltung. Sie intonierten ein „Allegretto“, eigentlich eine musikalische Tempobezeichnung, die in Fachbüchern mit „bewegt, heiter, fröhlich“ beschrieben wird. Und damit war er gesponnen, der rote Faden, der sich durch die von der Jugendgruppe gestaltete Weihnachtsfeier der Lindenthaler zog.

     Elias Kronthaler nahm mit seiner Ziach sofort diesen Faden auf und beeindruckte durch einen frischen und akzentuierten Vortrag. Die Kindergesangsgruppe erzählte in dem bekannten Tanzlied „Kikerikiki“ zu welch seltsamen Verhalten so manch männlich aufgeblasener junge Glockel neigt. Auch ein anderes Lied brachte ornithologische Erkenntnisse, richten doch Krähen so einiges an, wenn man sein „Häuserl in Woid ausse baut“.

   Die unter dem Namen „Freitagsmusi“ bekannten Franziska Gruber (Hackbrett) Magdalena Gruber (Harfe), Sophia Riemer (Querflöte) sowie Simon Scheuer (Ziach) interpretierte eine ruhige adventliche Weise. Satte, warme Saitenklänge erfüllten den Raum, als Magdalena Gruber und Bettina Götz im Duett ihre Harfen zupften.

   Musikwartin Sabine Riemer, auf deren Konto die Quantität und Qualität der Lindenthaler-Musikgruppen geht, lockerte den musikalischen Reigen auf mit der Geschichte eines kleinen frechen Buben, der zur Weihnachtszeit seine Missetaten mit einem Fleißbildchen wieder gut machen wollte, und dazu den Stall von Bethlehem samt heiliger Familie, Jesuskind und dem lachenden „Owi“ gezeichnet hat. Schließlich heiße es schon im berühmten Lied „Stille Nacht“: „Gottes Sohn. Owi lacht.“

    Unüberhörbarer Stolz auf die Jugendarbeit der Lindenthaler begleiteten die Worte des Vorstandes Konrad Rothlehner, als er den Jugendleitern Sepp Fichtner und Lena Limmer, der Betreuerin der Zwergerlgruppe Christine Haas sowie Musikwartin Sabine Riemer für deren Arbeit dankte und ein paar Höhepunkte des zu Ende gehenden Jahres, unter anderem das Jugendzeltlager, Revue passieren ließ.

    Die Nachwuchsschauspieler der Lindenthaler knüpften nach der Pause den heiter-besinnlichen Faden weiter und führten im dem Stück „Der Computerengel“ vor Augen, wie sich im Zeitalter der Digitalisierung auch der Himmel verändert. Engel Anastasius, geradezu die Parodie eines irdischen Karriere-Yuppies (gespielt von Christoph Renner), hat den ganzen himmlischen Betrieb auf computerbasierende Arbeitsabläufe umgestellt, was den Nikolaus (Catalin Durca) wütend, den Petrus (Constantin Maurer) traurig, den Erzengel (Jonas Hanseder) unruhig und das Heer der Engel arbeitslos macht. Noch viel schwerer wiegt aber der Umstand, dass Gefühle, wie weihnachtliche Vorfreude oder gar Liebe, nicht programmierbar sind. Aber für Gefühlsduseleien „haben wir heute ohnehin keine Zeit mehr“, wie Anastasius konsterniert.

    Doch er hat nicht damit gerechnet, dass sich die Engelschar (Stefanie Renner, Dominik Westenthanner, Simon Scheuer, Ramona Ochsenbauer, Alina Aigner, Lea Schönhütl, Linus Frischhut, Rebekka Roth und Bianca Schedlbauer) heimlich an dem Computer zu schaffen macht, der dann im wahrsten Sinne des Wortes eine Schraube locker hat und alles auf den Kopf stellt. Da ist man schnell wieder froh, als Petrus mit gut organisierter alter Handarbeit das Computerchaos beseitigt.

     Sprachlich versiert, textsicher und mit viel Spaß am Spiel boten die Jungschauspieler einen charmanten, aber durchaus ernstzunehmenden Fingerzeig auf die derzeitigen Entwicklungen in der Arbeitswelt, den das Publikum, mit langem Beifall quittierte. Einstudiert und organisiert hatten diesen Auftritt Lena Limmer, Sepp Fichtner und Eva Stöger.

    Natürlich durfte auch der Besuch des heiligen Nikolaus nicht fehlen. Er kam mit dem Krampus, der jedoch angesichts des aus dem goldenen Buch vorgetragenen Lobes ziemlich regungslos in der Ecke stand. Jedes Jugendgruppenmitglied wurde vom Himmelsboten mit einem Präsent bedacht, aber auch die Jugendleiter sowie deren Helfer und Musiker, wie Sabine Gruber, Roland Moser, Josef Fuchs und Elias Kronthaler wurden für ihre geleisteten Dienste mit kleinen Aufmerksamkeiten bedacht.