Jugendweihnacht

13.12.2016 13:37 - Von: Richard Eder


Begeisterten durch ihr akzentuiertes Spiel: Elias Kronthaler (links) und Josef Fuchs.

Echte Grippe oder nur „the same procedure as every year“? Die Ärztin (Sophia Riemer) kommt dem Sohnemann (Jonas Hanseder) auf die Schliche.

Linden. Mächtig erschallten die Instrumente der Lindenthaler Bläser, und augenblicklich wurde es still im liebevoll geschmückten Vereinsheim der Lindenthaler. Es ist eine gute Tradition, dass die Weihnachtsfeier der Jugend ausschließlich von ihr selbst gestaltet wird, und so boten sie auch diesmal Musik, Gesang und Theaterspiel vom Feinsten, und verbreiteten damit vorweihnachtliche Freude.

     Das Harmonika-Duo Elias Kronthaler und Josef Fuchs beeindruckte durch ihren frischen und akzentuierten Vortrag, und nicht nur über ihre Instrumente spürte man ihre Lust zu spielen, an ihren Gesichtern nahm man ihre Freude auch visuell auf. Sein ornithologisches Wissen konnte man bei den Liedern der Kindergesangsgruppe aufbessern, ging es doch einmal bei einem Zwiefachen um einen Stieglitz, der einem kranken Zeiserl wieder auf die Beine half, zum anderen beim „Kikeriki“ um einen Gockel und dessen Gedanken auf dem Misthaufen.

   Die unter dem Namen „Freitagsmusi“ bekannten Franziska Gruber (Hackbrett) Magdalena Gruber (Harfe), Sophia Riemer (Querflöte) sowie Simon Scheuer (Ziach) intonierte im langsamen, wiegenden Dreivierteltakt eine adventliche Weise. Musikwartin Sabine Riemer, auf deren Konto die Quantität und Qualität der Lindenthaler-Musikgruppen geht, lockerte den musikalischen Reigen mit der Entstehungsgeschichte des Liedes „Stille Nacht“ auf, allerdings aus der Sicht der Maus Nina, die vor lauter Hunger die ledernen Blasebälge der Oberndorfer Kirchenorgel anknabberte, und das Versagen der Königin der Instrumente führte ja bekanntermaßen zur Komposition dieses beliebten Weihnachtsliedes.

    Geht es um die Jugendarbeit der Lindenthaler, scheint Vorstand Konrad Rothlehner jedes Mal ein paar Zentimeter an Körpergröße zuzulegen. Auch diesmal schwang eine gehörige Portion Stolz mit, als er den Jugendleitern Sepp Fichtner und Lena Limmer, der Betreuerin der Zwergerlgruppe Christine Haas sowie Musikwartin Sabine Riemer für deren Arbeit dankte und ein paar Höhepunkte des zu Ende gehenden Jahres, unter anderem das hervorragende Abschneiden bei den Wertungsplatteln, Revue passieren ließ.

     Nach einer Pause ließ Sophia Riemer noch einmal zur alten Weise „Alle Jahre wieder“ ihr Instrument erklingen, und leitete damit den Weihnachtseinakter ein, auch diesmal der Höhepunkt des Programms. Alle Jahre wieder kommt nämlich, während der Vater (Christoph Renner) die Krippe aufbaut, auch die Grippe ins Haus. Seltsam nur, dass die Kinder (Jonas Hanseder und Laura Friebe) vor Freude über das Kratzen im Hals in die Luft springen und sich auf einen gemütlichen Heiligen Abend auf der Wohnzimmercouch freuen, ohne ihrem Vater helfen zu müssen, der vor der Krippe kniend versucht, dem heiligen Josef trotz abgebrochenem Stab zu einem sicheren Stand zu verhelfen.

   Die herbeigerufene Ärztin (Sophia Riemer) hat schnell durchschaut, dass sich in diesem Hause alle Jahre wieder dasselbe Schauspiel ereignet. Als der Hausherr seiner Gattin (Franziska Gruber) als Weihnachtsgeschenk auch noch einen Gutschein für eine Grippeschutzimpfung präsentiert, hing der Haussegen endgültig schief. Doch der Gutschein für den teuren Mantel folgte auf dem Fuß und alles war wieder im Lot.

     Sprachlich versiert, absolut textsicher und vor Spielfreude berstend boten die Jungschauspieler beste Unterhaltung, die das Publikum, darunter auch Bürgermeister Karl Hendlmeier, mit langem Beifall quittierte. Einstudiert und organisiert hatten diesen Auftritt Christine Haas, Marion Bauer, Sepp Fichtner und Eva Stöger.

    Natürlich durfte auch der Besuch des heiligen Nikolaus nicht fehlen. Er kam mit dem Krampus, der jedoch angesichts des aus dem goldenen Buch vorgetragenen Lobes relativ teilnahmslos in der Ecke stand. Jedes Jugendgruppenmitglied wurde vom Himmelsboten mit einem Präsent bedacht, aber auch die Jugendleiter sowie deren Helfer und Musiker, wie Sabine Gruber, Roland Moser, Julia Reiterer, Johannes Werner, Michaela Friebe und Sana Ochsenbauer wurden für ihre geleisteten Dienste mit kleinen Aufmerksamkeiten bedacht.