Wellness für Ku(h)wait

01.10.2011 14:49 von Richard Eder

Ab heute gibt es Karten für das neue Volksstück der Lindenthaler

Linden. „Hätts’d Lotto gspielt, vielleicht hätts’d dann heut auf d’ Nacht 20.000 Dreier!“ – Hämisch verspottet Alois Hofmeister seinen Sohn Schorschi, der gerne aus dem Bauernhof eine Wellness-Oase machen möchte, während das Familienoberhaupt die Finanzmittel lieber traditionell für eine Erweiterung des Stalles einsetzen will.

Einen Generationenkonflikt wie er im Buche steht hat der aus Furth im Wald stammende Kabarettist Toni Lauerer in seinem Stück „Wellness für Ku(h)wait“ dargestellt, das die Lindenthaler heuer zur Aufführung bringen. Nach „Wenn die Sterne lügen“ (2007) und „Unser Rudi mog koa Wei“ (2009) ist dies das dritte Lauerer-Stück, das Richard Eder für die bekannte Volkstheaterbühne inszeniert. Premiere ist am 22. Oktober, ab heute gibt es Karten in der Geschäftsstelle des Rottaler Anzeigers.

Es sind die Charaktere der handelnden Figuren, die an typisch bayerische Originale erinnern, die Schlagfertigkeit in den Dialogen und der dramaturgische Aufbau im Stile einer Verwechslungskomödie, was den Regisseur bewogen hat, dieses Stück ins Programm zu nehmen.

Gleich in der ersten Szene spürt die Bankangestellte Müller (gespielt von Ulrike Harböck) keine „positiven Vibrations“. Vater Alois (Rudolf Rothlehner) und Sohn Schorschi (Maximilian Staimer) streiten ob der Verwendung von 250.000 EUR. Aber „Ohne Hypothek kriegst du einen Dreg“, so Frau Müller, und damit schaut Schorschi mit dem Ofenrohr ins Gebirge, denn der Hof gehört immer noch seinem Vater. Auch dass Mutter Fanny (Waltraud Angermaier) die Wellness-Idee gar nicht so abwegig findet, ändert nichts an Aloisens „Mir san Bauern“-Einstellung.
Da springt Schorschi’s alter Schulkamerad Hansi (Sebastian Rothlehner) seinem Jugendfreund bei. In Kuwait habe er als Ingenieur einen Scheich kennengelernt, der im Westen investieren möchte. Man müsse ihn nur von der Wellnes-Idee auf einem niederbayerischen Bauernhof überzeugen. Einziges Problem: Bis der Scheich aus Kuwait angeflogen kommt, ist der Kreditvertrag für die Stallerweiterung längst unterschrieben. Da beschließen die beiden einen Plan: Ein Bekannter (Josef Leitl) soll als Scheich verkleidet auf den Hof kommen, und ein glaubwürdiges Theater vorspielen.
Feriengast Kunigunde und landwirtschaftlicher Helfer Hein, zwei herrlich schräge Vögel, gespielt von Marion Perschl und Richard Eder, durchkreuzen diesen Plan – natürlich völlig unbeabsichtigt. Kunigunde, stolz auf ihre weiblichen Rundungen aber stockledig, wird von Hein, im Internet verzweifelt nach Frauenbekanntschaften suchend, so lange aufgezogen, bis auch sie beschließt, einen „Scheich“ (Winfried Viehhauser) zu engagieren. Denn wenn ein Scheich ins Haus kommt, der an Kunigunde Gefallen findet, frisst Hein nach eigenem Bekunden einen Besen mit Kraut, und das möchte sie gerne sehen.
Nun kommen zwei Scheichs, von denen keiner vom anderen etwas weiß, und bringen das Leben im Hause Hofmeister gewaltig durcheinander. Erst das Erscheinen eines hübschen unerwarteten Feriengastes (Martina Straubinger) vermag am Ende die Situation zu entkrampfen. „Sobald sich die Handlungsstränge ineinander verwoben haben, zündet Lauerer sein für ihn typisches Pointenfeuerwerk“, so Regisseur Richard Eder, der seit Anfang September mit den Lindenthaler Volksschauspielern an genau diesen Feinheiten arbeitet.

Von den steigenden Besucherzahlen der letzten Jahre möchten die Lindenthaler in diesem Jahr nicht alleine profitieren. So geht der Erlös aller verkauften Eintritte der Vorstellung vom 28. Oktober an die Aktionsgemeinschaft „Kind in Not“.

Vorstellungen „Wellnes für Ku(h)wait“ im Vereinsheim in Linden:

Samstag, 22. Oktober, 20.00 Uhr
Sonntag, 23. Oktober, 13.30 Uhr
Freitag, 28. Oktober, 20.00 Uhr
Samstag, 29. Oktober, 20.00 Uhr
Sonntag, 30. Oktober, 13.30 Uhr
Montag, 31. Oktober, 20.00 Uhr
Mittwoch, 2. November, 20.00 Uhr
Freitag, 4. November, 20.00 Uhr
Samstag, 5. November, 20.00 Uhr
Sonntag, 6. November, 19.00 Uhr
Freitag, 11. November 20.00 Uhr
Samstag, 12. November, 20.00 Uhr
Sonntag, 13. November, 13.30 Uhr

Karten: Geschäftsstelle des Rottaler Anzeigers, Rathausplatz 3, Eggenfelden, Tel. 08721 – 95990; Mo.-Do. 8 – 17 Uhr; Fr. 8 – 15 Uhr; Sa. 8 – 12 Uhr.

Bildunterschrift
Massagevorführung im Hause Hofmeister: Alois (Rudolf Rothlehner) legt kräftig Hand an, der „Scheich“ (Josef Leitl) staunt und bei Fanny (Waltraud Angermaier) werden brachliegende Gefühle neu belebt. (Foto: R. Eder)

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