Lebensfreude in Dirndl und Lederhose

07.06.2010 19:51 von Doris Altmannsberger

Trachtenverein Lindenthaler feiert mit tausenden Gästen sein 90-jähriges Bestehen - Festzug und Gstanzlsingen

Hebertsfelden. Trachtenumzug und Gstanzlsingen, Heimatabend und Feldgottesdienst: Drei Tage lang haben die Lindenthaler ihre Heimatgemeinde in ein Eldorado von Heimat und Brauchtum, Tracht und bayerischer Lebensfreude verwandelt. Zuschauer zuhauf jubelten am gestrigen Sonntag dem „Geburtstagskind" zu, knapp 3000 Gratulanten marschierten gar selbst beim prächtigen Festzug durch Hebertsfelden mit.

Sollte dieses dreitägige, rauschende Fest tatsächlich, wie es Pfarrer Josef Rainer beim Feldgottesdienst formulierte, eine „Generalprobe" sein für das 100-jährige Jubiläum in zehn Jahren - dem Verein müsste wirklich nicht bange sein im Hinblick auf den großen „Runden". Die Wallfahrt nach Altötting, bei der man um schönes Wetter für das Geburtstagsfest gebeten hatte, sie hätte erfolgreicher nicht sein können. Das Programm, es schaffte den Spagat zwischen Tradition und moderner Unterhaltung, vereinte die Generationen und zeigte auf vielfältige Weise, wie wertvoll es auch heute noch ist, Brauchtum zu leben und zu erhalten.

So durften die rund 500 Besucher beim Gstanzlsingen am Freitagabend die hohe Kunst des Derbleckens quasi aus dem Stegreif erleben. Denn die vier Akteure des Abends - Josef „Bäff" Pindl, Bene Weber und die „Rauschwirt-Briada" Franz und Hans Winkler - brachten ihr Publikum nicht nur mit reimenden Gesängen rund um Politik und Gesellschaft zum Lachen, sondern fischten sich auch aus den Reihen der Zuschauer selbst ein paar Kandidaten heraus, denen sie flugs ein paar Gstanzl auf den Leib dichteten.

Bei so einem unterhaltsamen Auftakt konnte folglich nicht mehr viel schief gehen. Und so kam es denn auch. Die Sonne strahlte mit den Lindenthalern um die Wette, als sie sich gemeinsam mit rund 3000 Gratulanten zum Festzug durch den Ort formierten. Laut schollen die „Juchezer" durch die Straßen, während die Zuschauer begeistert applaudierten ob des farbenprächtigen Bildes, das die über 50 Vereine boten.

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