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„Dumm zu sein bedarf es wenig“
05.06.2010 13:55 von Rottaler Anzeiger
Couplet AG nahm Politik beim Auftritt im Rahmen des Lindenthaler-Jubiläums auf die Schippe
Hebertsfelden. Ins „Bundesamt für registrierte Blödheit" hat die Couplet AG gut 300 Gäste entführt und sich auf die Suche nach „Gemany's Next Mops-Model" gemacht. Damit sorgten die vier frechen Kabarettisten für einen gelungenen Auftakt zum 90-jährigen Jubiläum der Lindenthaler. Die Feiern des Trachtenvereins im extra aufgestellten Festzelt dauern bis Sonntag an.
„Dumm zu sein bedarf es wenig,
und wer dumm ist, der ist König." Diesen umgemünzten Kanon schnitt die Couplet
AG auf Banker und Medienmacher zu. Noch mehr bekamen die regierenden Politiker
ihr Fett ab. Kanzlerin Angela Merkel und Vize Guido Westerwelle mutierten zum
„Familien-Krippenbild des deutschen Grauens". Ministerpräsident Horst Seehofer
und sein bayerisches Kabinett degenerierten zum „Wurmfortsatz der CDU-Chefin".
Außerdem präsentierte sich der
Vorsitzende der Freien Wähler, Hubert Aiwanger, als wahnsinnig wichtig, während
Bayerns SPD-Frontmann Florian Pronold zum Zwergen-Hexenmeister schrumpfte.
Lediglich Karl-Theodor zu Guttenberg kam als „Obama aus Oberfranken" halbwegs
gut weg.
In ihrem neuen Programm mit dem Titel „Ab morgen wieder Hirn" verband die Couplet AG ganz im Sinne des traditionellen politischen Kabaretts schauspielerische Szenen mit Musikeinlagen. Bei den hervorragend gespielten Sketchen gaben Jürgen Kirner und Bianca Bachmann den Ton an. Bei den Liedern glänzte das komplette Quartett. Ganz dem Gruppennamen verpflichtet, handelte es sich um so genannte Couplets, also Spottgesang mit markigen Refrains.
Kräftig klatschten die Zuschauer mit, als Bernhard Gruber und Hans Dettendorfer zu Gitarre, Akkordeon und Bass griffen und das Quartett renitente Rentner oder den potenten Bofrost-Mann mit seinen unzähligen Kindern „ausrichtete". Neuling Bachmann, die beim Singspiel beim Starkbieranstich auf dem Nockherberg mehrfach Monika Hohlmeier spielte, fügte sich gekonnt ins bewährte Ensemble ein.
Den Rahmen des Abends steckte das „Bundesamt für registrierte Blödheit", bei dem nicht geläutet, sondern gelitten wurde. Nicht nur, wenn ein Ferkel namens Merkel den Saustall regiert, dominiert im aktuellen Programm der Couplet AG die Säbelklinge über die Florettspitze. Den Medien hielten die Kabarettisten vor, „ein einig deutsches Vaterland für Debile" zu fördern. Und der Kasperl und die Gretel aus Österreich kosteten die bayerischen Verfehlungen um die Pleitebank Hypo-Alpe-Adria genüsslich aus. Schließlich prasselte für die gut zweistündige Vorstellung auf das Quartett genau so viel Applaus nieder wie Regentropfen auf das Festzelt. Über den bunten Abend hinaus hat folgende Weisheit der Couplet AG Bestand: „Wir leben alle unter dem selben Himmel, haben aber nicht den selben Horizont."

