Wilderer Tanz im Vereinsheim

27.02.2019 12:26 - Von: Richard Eder


Ausgelassen tanzten Wilderer und Jäger zu den Klängen der Äigridschn-Muse. (Foto: Fichtner)

Linden. Es gibt Veranstaltungen, da ist schon vor der Premiere klar, dass hier der Startschuss zu einer Kultveranstaltung fallen wird. Der Wilderer-Tanz der Lindenthaler, als Kontrapunkt zum üblichen Faschingsgetümmel, feierte im Vereinsheim fröhliche Urständ, die Tanzfläche war proppenvoll mit Jägern und Gejagten.

    Zu verdanken ist dies der Äigridschn-Muse, die in einer der vielen, im Musikantenleben durchaus üblichen, langen Abenden im Vereinsheim der Lindenthaler diesen kreativen Einfall hatte. Die sechs Vollblutmusiker haben sich bei den Lindenthalern kennengelernt und sich vor gut zwei Jahren zur Äigridsch-Muse formiert. Der Name leitet sich von einer speziellen „Wolpertinger-Art“ ab, die man früher, vor allem in der Holledau, von Fremden oder Zugereisten, natürlich vergeblich, suchen ließ, sehr zum Amüsement der Auftraggeber.

    Nun ging es aber erstmals ins Trainingslager, denn ab und zu zur Unterhaltung aufspielen ist was anderes, als einen ganzen Tanzabend zu gestalten. Das sich dies allemal gelohnt hat, stellten Leonhard Riemer an der Trompete, Thomas Nußbaumer am Bassflügelhorn, Kathi Grabmaier an der Klarinette, Roland Moser an der Ziach, Michael Winkler an der Tuba und Bettina Götz an der Harfe nun eindrucksvoll unter Beweis.

    Die Äigridschn-Muse kreierte einen ganz eigenen Klang, mit dynamischer, witziger Ausdrucksweise, wechselnder Melodieführung und harmonisch abgestimmten Arrangements. Alleine das Zuhören machte schon Freude, doch bei Walzer, Dreher, Polka und Zwiefachen hielt es Jung und Alt nicht lange auf den Stühlen.

    Passend zu dem als Wald dekorierten Vereinsheim, mit Rehkitz im Gebüsch, führte die Plattlergruppe der Lindenthaler den urwüchsigen Holhacker-Tanz auf, rhythmisch wechselten Plattler- und Hammerschläge, sehr zur Freude des Publikums, das die Wiedergeburt einer längst ausgestorben geglaubten Veranstaltungsart ausgelassen feierte, verbunden mit der Hoffnung auf eine Wiederholung im Lindenthaler-Jubiläumsjahr 2020.