Lacha, Musi, Märzenbock bei den Lindenthalern 2018

23.03.2018 14:25 - Von: Richard Eder


Eine wahre Augenweide: die schneidigen Plattler und Tänzerinnen der Lindenthaler.

Richard Limmer (links) leitete die Testfahrt eines neuen „Dult-Fahrgeschäftes“. Zweiter Bürgermeister Willi Gschneidner und Gemeinderat Dr. Franz Lichtnecker (von rechts) ahnten hier noch nicht, dass sie bald in einer Wasserpfütze sitzen

Männer haben einfach kein Gefühl. Bei der von Sebastian Rothlehner und Karina Bauer dargebotenen Frühstücksszene wurde dies einmal mehr deutlich.

Witzig, spritzig, echt: Ulrike Köck und Christian Jaud unterhielten die Zuschauer aufs Beste.

Linden. Des einen Leid, des anderen Freud: „Ja, is des schee, wann sehgst denn sowas!“ – Christian Jaud, der männliche Teil des Volkssänger-Duos „Zwoagschroa“, war rundum glücklich ob seiner Entscheidung, den Kanapee-Abend im heimischen Hohenlinden gegen einen Auftritt im Vereinsheim der Lindenthaler einzutauschen. Die spontane Entscheidung, für die aus Krankheitsgründen ausgefallenen „Laddshosen“ einzuspringen, geriet nicht nur das Publikum, sondern für „Zwoagschroa“ selbst zum puren Vergnügen.

     „Da Sepp ist zwar da, aber der Martin liegt mit der Gripp‘ im Bett. Wahrscheinlich wär‘s im lieber, er würde mit jemand andern im Bett liegen!“, so erklärte Lindenthaler-Vorstand Konrad Rothlehner im vollbesetzen Vereinsheim gleich bei seiner Begrüßung den Ausfall der Musikkabarett-Gruppe „De Laddshosen“, und wer den Schaden hat, braucht gerade zur Starkbierzeit für den Spott nicht zu sorgen.

     Ulli Köck und Christian Jaud, die zusammen das Couplet-Duo „Zwoagschroa“ bilden, konnten es sich gerade noch verkneifen, sich für die Influenza ihres „Kollegen“ zu bedanken, denn sie hatten derart Freude an dieser Veranstaltung, und dieser Funke der Begeisterung übertrug sich auch beim ersten Lied sofort auf das Publikum.

    Zwoagschroa war auch deutlich mehr als bloße Krankheitsvertretung, gewannen die beiden erst im Herbst letzten Jahres einen Volkssänger-Wettbewerb auf der „Oidn Wiesen“, der ihnen gleich einen Fernsehauftritt in der BR-Sendung „Brettlspitzen“ einbrachte. Ihr teils selbstgeschriebenes, teils überliefertes Liedgut handelt von amüsanten Begebenheiten in den alltäglichen Situationen, ob beim Friseur, beim Arzt, oder beim Theaterbesuch, die schließlich in der Quintessenz „Do muass oana hiwerdn“ münden. Christian Jaud entpuppte sich dabei auch noch als äußerst humorvoller Geschichtenerzähler.

     „Lacha, Musi, Märzenbock“ lauten Titel und zugleich Inhalt des Lindenthaler-Starkbierfestes, das im zweijährigen Rhythmus, im Wechsel mit dem Lindenthaler-Theaterbrettl, vom Hebertsfeldener Brauchtumsverein ausgerichtet wird. Zum Lachen gab es jede Menge, vor allem bei den von Richard Limmer anmoderierten Hoagartnspielen. Einmal wurden die tanzenden Protagonisten in übergroße Unterhosen a‘ la Liebestöter gesteckt, die beim Abbrechen der Musik vom Mann zur Frau und auch wieder zurück gewechselt werden mussten.

     Ein andermal wurde ein neues, innovatives „Fahrgeschäft der Gerner Dult“ getestet. Im Testwagen saßen dabei auch zweiter Bürgermeister Willi Gschneidner und Gemeinderat Dr. Franz Lichtnecker, die nach einem rasanten Höhenflug zum Vergnügen der Zuschauer mit ihrem Allerwertesten in einer Wasserpfütze landeten.

    Sebastian Rothlehner und Karina Bauer, zwei Schauspieler der Lindenthaler-Volkstheaterbühne, zeigten in einer amüsanten Frühstücksszene, dass Männer in Sachen Gefühle einfach anders ticken als Frauen, vor allem wenn es ums Schafkopfen geht.

    Für den musikalischen Unterbau der Veranstaltung sorgte die „Heid-gfreid’s-uns-Musi aus dem Landkreis Altötting, fünf Vollblutmusiker, die mit Ziach, Flügelhorn, Klarinette, Tenorhorn und Tuba zünftig aufspielten.

      Was Starkbier und Leberkäs für den Gaumen darstellten, waren die Tänzerinnen und Tänzer der Lindenthaler fürs Auge. Kraftvoll und elegant plattelten und drehten die Aktiven und die Jugend das „Mühlradl“, die „Kreuzpolka“, die „Böhmisch‘ Grenz“ sowie den „Inngautanz“, musikalisch begleitet von Johannes Werner und Michael Winkler. Schließlich zeigten auch noch die Gaoßlschnalzer der Lindenthaler rhythmisch exakt ihre synchron ausgeführten Schlagfolgen mit der traditionellen Fuhrmannspeitsche.

     „Zweieinhalb Stunden kurzweiliges, lustiges, bairisch-echtes Programm, wann sehgst denn sowas?“, brachte es ein begeisterter Christian Jaud am Ende nochmals auf den Punkt, und Organisatorin Sabine Gruber konnte sich nach diesem Feedback genüsslich auch einen Schluck Starkbier gönnen.